Gleichstellung, berufliche Perspektiven und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf standen im Mittelpunkt des diesjährigen Seminars der Frauenkommission der DPolG Bundespolizei vom 30. September bis zum 2. Oktober 2026. Neben fachlichen Impulsen bot die Veranstaltung viel Raum für persönliche Erfahrungen, konstruktive Diskussionen und die gemeinsame Entwicklung neuer Perspektiven.
„Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muss sich vorwärtsbewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.“ Getreu diesem Albert Einstein zugeschriebenen Motto kamen die Frauen der DPolG Bundespolizei zu ihrem diesjährigen Seminar zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen der Gleichstellungsarbeit und die Frage, wie sich faire berufliche Entwicklungsmöglichkeiten für Frauen und Männer in der Bundespolizei weiter verbessern lassen.
Als besondere Gäste begrüßte die Frauenkommission Carola Walcher, Gleichstellungsbeauftragte der Bundespolizeidirektion Stuttgart, sowie ihre Stellvertreterin Lisa-Marie Opitz. Mit Stabshauptmann Claudia Schalling von der Bundeswehr in Koblenz konnte zudem eine weitere interessante Gesprächspartnerin gewonnen werden.
Die Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit zum intensiven Erfahrungsaustausch. Unterschiedliche Perspektiven aus der Gleichstellungsarbeit, persönliche Erfahrungen und konkrete Herausforderungen aus dem beruflichen Alltag sorgten für lebhafte Diskussionen und wertvolle Anregungen.
Ein herzlicher Dank gilt allen Gästen für ihre Zeit, ihre Offenheit und die interessanten Einblicke.
Gleichstellung ist mehr als ein bürokratisches Pflichtprogramm
Eine zentrale Erkenntnis des Seminars: Gleichstellungsarbeit ist sowohl innerhalb der Behörden als auch in den Gewerkschaften unverzichtbar. Solange Frauen in bestimmten Bereichen und Funktionen unterrepräsentiert sind, bleibt die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern eine wichtige Aufgabe.
Dabei geht es um weit mehr als die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben. Richtig umgesetzt, leistet Gleichstellungsarbeit einen wesentlichen Beitrag zu einer modernen, leistungsfähigen und zukunftsorientierten Bundespolizei.
Gerade vor dem Hintergrund der personellen Herausforderungen ist es entscheidend, qualifizierte Beschäftigte nicht nur zu gewinnen, sondern auch langfristig an die Bundespolizei zu binden. Die Gewinnung weiblicher Nachwuchskräfte allein reicht nicht aus, wenn fehlende Entwicklungsmöglichkeiten oder Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf dazu führen, dass Beschäftigte die Behörde wieder verlassen.
Entscheidend sind deshalb die Rahmenbedingungen im dienstlichen Alltag. Dazu gehören insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Dienst, transparente Beurteilungs- und Auswahlverfahren, faire berufliche Entwicklungsmöglichkeiten sowie ein konsequenter Schutz vor Diskriminierung, Belästigung und Sexismus.
Faire Rahmenbedingungen kommen allen zugute
Eine moderne Gleichstellungsarbeit richtet sich nicht ausschließlich an Frauen. Auch Männer und Väter profitieren von familienfreundlichen Arbeitsbedingungen, flexiblen Arbeitszeitmodellen und der Möglichkeit, Elternzeit oder familienbedingte Teilzeit in Anspruch zu nehmen.
Gleiches gilt für Beschäftigte, die Verantwortung für pflegebedürftige Angehörige übernehmen.
Wer sich unabhängig vom Geschlecht fair behandelt und in unterschiedlichen Lebensphasen unterstützt fühlt, ist motivierter und entwickelt eine stärkere Bindung an seinen Arbeitgeber. Gleichstellung ist damit auch ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Personalpolitik.
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussionen war der Umgang mit Diskriminierung, Belästigung und Sexismus. Hier braucht es klare Zuständigkeiten, verlässliche Ansprechstellen und transparente Meldewege. Beschäftigte müssen wissen, an wen sie sich wenden können und welche Verfahren ihnen zur Verfügung stehen.
Gleichstellung bedeutet dabei nicht, einzelne Beschäftigtengruppen gegeneinander auszuspielen. Vielmehr geht es darum, bestehende Hindernisse abzubauen und faire Chancen sowie eine gleichberechtigte Teilhabe für alle zu ermöglichen.
Gemeinsam Gleichstellung gestalten
Das Seminar machte einmal mehr deutlich, wie wichtig der persönliche Austausch und die Vernetzung innerhalb der Frauenkommission sind. Erfahrungen aus unterschiedlichen Dienststellen und Aufgabenbereichen helfen dabei, bestehende Herausforderungen zu erkennen, gemeinsame Positionen zu entwickeln und konkrete Verbesserungen anzustoßen.
Für die Teilnehmerinnen steht fest: Gleichstellungsarbeit bleibt eine wichtige und dauerhafte Aufgabe. Sie ist kein Selbstzweck, sondern ein wesentlicher Baustein für eine moderne und attraktive Bundespolizei.
Die Frauenkommission der DPolG Bundespolizei lädt deshalb alle interessierten Kolleginnen herzlich ein, sich aktiv einzubringen, Erfahrungen auszutauschen und die Gleichstellungsarbeit mitzugestalten.
Denn echte Gleichstellung darf nicht nur auf dem Papier bestehen. Sie muss im dienstlichen Alltag gelebt werden.