Nach Gewalteausschreitungen
1. FC Magdeburg droht DPolG mit Anwaltsschreiben
Im Rahmen der Ausschreitungen beim Spiel des 1. FC Magdeburg gegen Dynamo Dresden sind Ende Januar rund 70 Polizisten verletzt worden, eine Beamtin sogar schwer. Daraufhin riet Heiko Teggatz Sponsoren vom Engagement bei dem Traditionsclub ab. Jetzt fordert der Verein die DPolG in einem Anwaltsschreiben zum Gespräch auf. Ein Artikel von Alexander Dinger in der WELT fasst die Thematik zusammen.
(Quelle: „1. FC Magdeburg droht Polizeigewerkschafter nach Gewalt-Skandal mit Anwalt“ (Artikel vom 30.03.2026 in der WELT, Autor: Alexander Dinger)
Erst ist es beim Spiel des 1. FC Magdeburg gegen Dynamo Dresden Ende Januar dieses Jahres zu schweren Ausschreitungen gekommen, bei denen Fans und Polizisten verletzt wurden. Dann hat die „Fanhilfe“ des Vereins im Stadionmagazin Tipps gegeben, wie man die Ermittler austricksen kann.
Weil bei den Ausschreitungen auch 70 Polizisten verletzt wurden, darunter eine Beamtin schwer, rief der Chef der Bundespolizeigewerkschaft, Heiko Teggatz, daraufhin Sponsoren des Vereins auf, ihr Engagement zu überdenken. Teggatz sagte WELT damals wörtlich: „Den Förderern und Sponsoren dieses Vereins rate ich dringend, ihre Verträge zu überdenken“.
Und tatsächlich: Kurz nach der Aufforderung von Teggatz zog der erste Sponsor sein Engagement zurück. Die GeoFly GmbH verkündete damals: „Wir sind Sponsor des 1. FC Magdeburg.“ Und weiter: „Wir als Unternehmen erwarten Verantwortung. (...) Solang eine öffentlichkeitswirksame Aufarbeitung und konkrete Konsequenzen nicht erkennbar sind, setzen wir unser Sponsorship aus.“
Nun hat der 1. FC Magdeburg auf die Vorwürfe des Polizeigewerkschafters reagiert. Doch anders als dieser es vermutet hatte. Der Fußballclub schickte dem Polizeigewerkschafter ein Anwaltsschreiben. Darin forderte der Club Teggatz zu einem Gespräch auf. Das Schreiben liegt WELT vor. In dem Brief der Kanzlei Göhmann heißt es, man prüfe die „rechtlichen Folgen“ der öffentlichen Äußerungen von Teggatz und erwarte eine Kontaktaufnahme bis spätestens zum 26. März, um ein Gespräch zu terminieren.
Zugleich weist die Kanzlei darin auf mögliche Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche hin. Ohne Rückmeldung werde man die rechtlichen Schritte weiter prüfen und vertiefen. Wörtlich heißt es in dem Ultimatum: „Ohne Rückmeldung geht mein Mandant von der Notwendigkeit zum Abschluss der oben erwähnten rechtlichen Prüfungen aus. Diese werden dann anlassbedingt in einem weiteren nicht konsensualen Austausch vertieft“.
Teggatz blockt ab
Polizeigewerkschafter Teggatz ließ das Ultimatum nach eigener Aussage „natürlich“ verstreichen und weist das Vorgehen des Zweitligisten entschieden zurück. Gesprächsangebote seien „zwar nette Gesten“, brächten „uns sicherheitspolitisch aber nicht weiter“. Man erwarte kein Gespräch, sondern „ein konsequentes Sicherheitskonzept, welches mit den beteiligten Sicherheitsbehörden abgestimmt ist“.
Deutlich wird der Gewerkschaftschef auch mit Blick auf das juristische Vorgehen des Vereins: „Derzeit hat die Deutsche Polizeigewerkschaft keinen Bedarf, sich mit dem Vorstand des 1. FC Magdeburg über irgendetwas zu unterhalten. Schon gar nicht, wenn ein solches Gespräch durch Drohungen einer Rechtsanwaltskanzlei erzwungen werden soll.“
Für den Fall weiterer Ausschreitungen kündigt Teggatz Konsequenzen an: „Sollte es in der Zukunft erneut zu Gewaltexzessen im Zusammenhang mit dem FC Magdeburg und seinen Anhängern kommen, werden wir selbstverständlich weiterhin empfindliche Sanktionen gegen diesen Verein fordern. Erst recht, wenn Polizistinnen und Polizisten im Rahmen solcher Einsätze angegriffen, beleidigt oder verletzt werden.“
WELT wollte von dem Zweitligisten wissen, wie er die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Polizeigewerkschafter bewertet. Der Verein antwortete schmallippig: „Der 1. FC Magdeburg führt keine öffentliche Auseinandersetzung mit der Deutschen Polizeigewerkschaft.“ Zudem behandele man rechtliche Kommunikation zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen stets vertraulich.
