03. April 2026

DPolG-Attraktivitätsturbo

38,5 Wochenstunden für Beamte – Der Bund muss endlich reagieren!

Um den Polizeiberuf langfristig attraktiver zu gestalten, bedarf es auch einer spürbaren Verbesserung der Arbeitsbedingungen und -belastungen. Hessen und Schleswig-Holstein haben mit Blick auf die Wochenarbeitszeit bereits Kompromisse gefunden – jetzt zieht NRW nach. Es ist längst überfällig, dass auch der Bund reagiert. Die DPolG Bundespolizei fordert die Rückführung der Wochenarbeitszeit und die Einführung vollflexibler Langzeitkonten.

 
Es ist mehr als 18 Jahre her, als sich die Bundesbeamten darauf einließen, die wöchentlichen Arbeitsstunden von 38,5 auf 41 Stunden zu erhöhen – ohne ein höheres Grundgehalt dafür zu erhalten. Diese Maßnahme sollte lediglich vorübergehend greifen mit dem Zweck, den Bundeshaushalt zu konsolidieren. Doch aus dieser temporären Stundenerhöhung wurde ein Dauerzustand: Das politische Versprechen, die Wochenarbeitszeit wieder auf das Maß zurückzuführen, das vor der Erhöhung der Wochenarbeitszeit galt, wurde nie eingelöst. 

Inzwischen haben einige Bundesländer, wie Hessen oder Schleswig-Holstein, reagiert und tragfähige Kompromisse gefunden.So haben Landesbeamte in Hessen (nach § 1 a AZV Hessen) offiziell weiter eine 40 bzw. 41 Stunden-Woche. Jedoch wird seit einigen Jahren automatisch und von Amts wegen eine Stunde pro Woche auf ein Langzeitkonto gutgeschrieben. So sparen die Beamten eine Art „Stunden-Guthaben“ für einen flexiblen Freizeitausgleich an.
 
In Schleswig-Holstein konzentriert man sich auf die besonders belasteten Arbeitsbereiche. In diesen reduziert sich die wöchentliche Arbeitszeit nach 10 Jahren im Wechselschichtdienst auf 38 Wochenstunden. Bei Polizeibeamten, die mehr als 20 Jahre Wechselschichtdienst geleistet haben, wird die Wochenarbeitszeit auf 36 Stunden reduziert.

Auch in NRW wird es zukünftig das „Hessenmodell“, also die Einführung eines Langzeitkontos, geben.  
 
Hessen, Schleswig-Holstein und NRW machen mithin vor, wie Kompromisse funktionieren können. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch der Bund reagiert. Das nicht eingehaltene Versprechen zu ignorieren und weiter auf der 41-Stunden-Woche zu beharren, ist auch mit Blick auf die Attraktivität für potenzielle Bewerber bei der Bundespolizei, relevant. 

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Bundespolizei fordert daher für die Bundesbeamten eine automatische Gutschrift von 2 Stunden pro Woche auf ein Langzeitkonto.Mittelfristig sollte allerdings eine „echte“ Absenkung auf das Niveau vor der Hebung auf 41 Wochenstunden, das Ziel sein. Unabhängig davon müssen die besonders belasteten Bereiche eine weitere Absenkung der Wochenarbeitszeit erfahren. Hierfür bildet das Schleswig-Holsteiner Modell eine gute Vorlage.

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