26. November 2021

Gleichstellung

Konferenz der Bundesgleichstellungskommission der DPolG Bundespolizeigewerkschaft in Königwinter-Thomasberg

Vom 24. bis 26.Oktober 2021 fand die jährliche Konferenz der Bundesgleichstellungskommission in Königswinter statt.

Unter dem Motto: Frauenpolitische-demographische und gesellschaftspolitische Veränderungen für die Familie, den Beruf und das gewerkschaftliche Ehrenamt. 

Insgesamt nahmen 15 Frauen, die gewählten Gleichstellungsbeauftragten oder deren Vertreterinnen aus allen Bezirksverbänden der DPolG Bundespolizeigewerkschaft an der Tagung teil.  Als externe Dozentin konnten wir Frau Prof. Dr. Anabel Ternes von Hattburg gewinnen. Sie ist eine der führenden Köpfe für Digitalisierungsthemen in Deutschland, Zukunftsexpertin, Verwaltungsrätin und 50-fache Buchautorin. Die Diskussionsfelder mit Anabel Ternes waren gefüllt mit spannenden und lebendigen Beispielgeschichten, beleuchtet wurden die Hintergründe und die Verhaltensweisen des digitalen Alltags und des heutigen Berufslebens. Der Spagat zwischen der Selbstverwirklichung, der Lebensfreude und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Wie hat die Pandemie den Alltagsdienst in der Bundespolizei verändert?   

Ein brandaktueller Themenbereich ist das Homeoffice in der Bundespolizei (unter diesem Begriff möchten wir alle Bereiche des Arbeitens von Zuhause aus erfassen).

Um weiter im Wettbewerb des Arbeitslebens mitzuhalten und gutes Personal zu gewinnen, muss auch die Bundespolizei mit der Zeit gehen und attraktiv sein. Auch die Bundespolizei muss den Bereich des Homeoffice weiter ausbauen, etablieren und optimieren. Wer in der Berufswelt mit gutem Personal bestehen möchte, darf sich nicht vor der Entwicklung und dem Angebot von Homeoffice verschließen.

Die Akzeptanz des Homeoffices ist in der Behörde noch nicht in vollem Umfang angekommen.

Vorbehalte sind hier fehl am Platz!

Arbeitsplätze, die das mobile Arbeiten ermöglichen, sollten den Mitarbeitenden auch genehmigt werden, sofern diese davon Gebrauch machen möchten! 

Erforderliche Hardware für Telefonschaltkonferenzen (TSK), Videoschaltkonferenzen (VSK), als auch für das Homeoffice stehen aktuell in noch nicht ausreichender Zahl zur Verfügung.

Auch für die Mitarbeitenden ist Homeoffice eine neue Herausforderung. Etablierte Arbeitsabläufe müssen neu strukturiert werden, so dass mobile Arbeitszeit, als auch die Präsenzarbeitszeit maximalen Output generieren kann.

Wegezeiten ins Büro entfallen, Teilzeitkräfte können ihre Arbeitszeiten erhöhen. Außerdem sind weniger Arbeitende gleichzeitig im Präsenzdienst, das spart Büroarbeitsplätze, da die vorhandenen mehrfach belegt werden können. Damit dies reibungslos funktioniert, ist erstmal die Erstellung neuer Abläufe erforderlich, was mit einem einmaligen Mehraufwand verbunden ist. 

Durch die Ausstattung mit Videoschaltkonferenzsystemen auf mobilen Arbeitsgeräten könnten tägliche Absprachen im Team mit Blickkontakt getroffen werden. Damit wäre es möglich durch technische Aufrüstung das Homeoffice präsenter zu gestalten. 

In der „HomeSchooling Zeit“ ist die Koordination der Arbeitsabläufe zwischen Familienunterstützung und dienstlicher Verpflichtung eine große Herausforderung, die nur mittels Flexibilisierung der Arbeitszeit lösbar ist. 

Die Erfahrung der letzten Jahre mit dem Homeoffice haben allen Mitarbeitenden und der Behörde eine große Chance eröffnet. Die Erfahrungen können nun auch auf andere Bereiche vermehrt ausgeweitet werden. Beispielsweise im Bereich der Aus- und Fortbildung. Es wäre eine Möglichkeit mittels Modulen, die auf mobilen Geräten bearbeitet werden können, beispielsweise die Aufstiegsausbildung so anzupassen, dass Präsenzzeiten reduziert werden können. Damit wäre eine größere Anzahl Mitarbeitender der Behörde in der Lage sich dieser weiteren Qualifizierung zu stellen.

Auch kann in ausgewählten Stellenbeschreibungen bereits die Möglichkeit des Homeoffice mit angeboten werden, wodurch sich die Attraktivität einzelner Stellen erhöht und damit die Bereitschaft sich darauf zu bewerben, sowohl im Tarif- als auch im Vollzugsbereich.

Die DPolG Bundespolizeigewerkschaft begrüßt die Etablierung und Erweiterung des Homeoffice, nicht nur zu Zeiten der Pandemie! Wir sehen das Homeoffice auch als Chance,  für einen weiteren Schritt zu einer modernen und familienfreundlichen Behörde. 

Am Ende der Tagung waren sich alle einig, dass die Zeit viel zu kurz war, um alle Themen auszuarbeiten. Wir werden weiter den Finger in die Wunde legen und veröffentlichen, ansprechen und fordern, was verbessert werden muss. Wer mitmachen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen, denn wir Frauen in der DPolG Bundespolizeigewerkschaft wissen es bereits, in unserer Gewerkschaft wird jeder gehört und sichtbar gemacht!

Text: Gabriele Gärthöffer, Anke Klahr 

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